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SC Bosporus Bielefeld e.V: 1979 Hagia Sofia:
Hagia Sophia - Ayasofya Die der Göttlichen Weisheit geweihte Kirche ist ein großartiges und in seinen Ausmaßen gewaltiges Meisterwerk; sowohl vom islamischen Orient, als auch vom christlichen Okzident begehrt. Die erste Kirche wurde von 325 bis 360 unter Konstantin 11. errichtet, auch wenn möglicherweise schon dessen Vater Konstantin 1. die Fundamente legen ließ. Nachdem sie 404 durch einen Brand zerstört worden war, ließ sie Theodosius 11. wiederaufbauen und neu einweihen, aber schon 532 fiel sie, während des Nika-Aufstandes, erneut dem Brande zum Opfer. as großartige Innere der Basilika ist um ein Mittelschiff herum angelegt. Mit ihrer Gesamtfläche von 7.570 qm steht die Hagia Sophia an vierter Stelle hinter der Peterskirche, der Kathedrale von Sevilla und dem Mailänder Dom. Das Innere wird von der gewaltigen Kuppel dominiert, die sich 55 m über dem Erdboden erhebt, einen Durchmesser von mehr als 30 m besitzt und von deren Zentrum sich 40 Streben zu den 40 Fenstern erstrecken. Das Gewicht der Kuppel wird von vier Hauptpfeilern getragen, die wiederum auf vier kleineren lasten. Zu der strahlenden Helle der Basilika trugen auch die 16.000 qm an Mosaiken bei, die über den ganzen Innenraum verstreut waren. Auch in der Kuppel befand sich ein Mosaik aus purem Gold mit einem Kreuz in der Mitte. Leider verschwand der größte Teil der Mosaikdeokoration im Laufe der Jahrhunderte: zuerst durch die Wut der Bilderstürmer, die nur die abstrakten Dekorationen verschonten und nach der türkischen Eroberung aufgrund des Verbots des Islam, die menschliche Gestalt abzubilden. Die Kirche hatte auch shwer unter Naturkatastrophen zu leiden: 553 und 557 erschütterten heftige Erdbeben die Mauern der Basilika, bis im Jahr 558 der östliche Bogen und Teile der Kuppel einstürzten und dabei den Altar, die Monstranz und den Ambon zerstörten. Nachdem sie wieder restauriert und von neuem eingeweiht worden war, hatte die Hagia Sophia in der Folgezeit ganz andere Katastrophen zu überstehen. Gut 17 mal konnte Konstantinopel den Belagerungen ungläubiger Völker widerstehen, fiel aber am Anfang des 12. Jh. der Wut eines christichen Heeres zum Opfer. Innerhalb von drei Tagen wurde die Hagia Sophia völlig ausgeplündert, ihrer wertvollen lkonen, silbernen und goldenen Kandelaber, mit kostbaren Edelsteinen verzierten Kreuze und ihrer funkelnden Reliquien beraubt: alles Greifbare wurde zur Geldbeschaffung eingeschmolzen. Am 19. Mai 1453 wurde Konstantinopel von den osmanischen Türken erobert. Am späten Nachmittag desselben Tages betrat Mehmet 11. die Hagia Sophia, und nach neun Jahrhunderten christlicher Gottsdienste hallte zum ersten Mal das Gebet des Muezzin von den mächtigen Kuppeln wider. Dies geschah in den ersten Jahren der Regierung Justinians, und der Kaiser, der, von Gott erwählt, der strengste Verfechter der christlichen Orthodoxie war, hatte sich zum Ziel gesetzt, das größte Gotteshaus der Christenheit zu bauen. Kaum 32 Tage nach der Zerstörung der Kirche begann man schon mit den Arbeiten: man berichtet, die Form der Kirche habe sich Justinian im Traum enthüllt. Er ließ Handwerker aus der ganzen Welt anreisen und ernannte 100 Vorarbeiter, die für die gleiche Anzahl Arbeiter verantwortlich waren. Zum Architekten wurde Anthemios von Tralle ernannt, unterstützt von Isidor von Milet, beides Griechen aus Kleinasien. Am 27. Dezember 537 wurde die Hagia Sophia feierlich vom Kaiser eingeweiht. Man erzählt sich, daß Justinian, als er vor der Kirche angelangt war, die Arme zum Himmel erhob und ausrief: "Gepriesen sei Gott, der mich dazu auserkoren hat, ein so großes Werk zu Ende zu führen. Oh Salomon, ich habe dich übertroffen! " Tatsächlich schien die Hagia Sophia Salomons Tempel in Ausmaßen, Schönheit und Reichtum zu übertreffen. Neben diesem Mausoleum befinden sich die achteckigen Grabstätten von drei weiteren Sultanen: Mehmet Ill., Selim II. und Murat III.; ein jeder zusammen mit seinen Frauen und Verwandten. Mit dem 20. Jh. begann der Niedergang des osmanischen Reiches und es entstand die junge türkische Republik. Ihr erster Präsident, Kemal Atatürk, beschloß, die Moschee in ein byzantinisch-osmanisches Museum umzuwandeln, und im April 1932 begann man die Mosaiken freizulegen. Unter der Leitung Thomas Whitternores vom byzantinischen Institut Amerikas kamen herrliche Goldmosaiken zum Vorschein, letzte Zeugnisse der großen Vergangenheit der Hagia Sophia und damit auch der ganzen Stadt. Auch an der Außenseite der Hagia Sophia wurden Veränderungen vorgenommen: das einstige Baptisterium wurde Anfang des 17. Jh. in die Türbe Mustafas 1. umgewandelt, in der jener Herrscher zusammen mit seinem Enkel Ibrahim bestattet ist. Die Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee wurde mit unglaublichem Respekt durchgeführt, selbst wenn natürlich zahlreiche Veränderungen vorgenommen wurden: das Metallkreuz in der Kuppel wurde von einem Halbmond ersetzt, der, so berichtet man, ein halbes Jahrhundert später mit dem Gold 50.000 eingeschmolzener Münzen überzogen wurde; anstelle des Ambon wurde eine Kanzel errichtet sowie ein Mihrab für das Gebet in Richtung Mekka; man erbaute das erste polygonale Minarett, dem bald die weiteren folgten. Unangetastet blieben hingegen die lkonen, die lkonostasen und zahlreiche christliche Mosaiken, auf denen die menschliche Gestalt abgebildet ist.